Was der päpstliche Legat Giovanni de Piano über die Mongolen sagt.

Was der päpstliche Legat Giovanni de Piano über die Mongolen sagt.

Giovanni de Piano – auch Jean du
Plan-Carpin-um 1182 bei Perùgia, † 1. 4. 1252 Antivar,reiste 1245-1247
im Auftrag des Papstes an den Hof des tatarischen Großkhans nach
Karakorum (Qara Qorum). Er war ein echter Zeitzeuge ,seine Berichte über
Zentralasien waren die ersten seit dem Altertum.

Er besuchte die Hauptstadt Kiew nach der Zerstörung durch die Goldene Horde (1245-1247).

Auzug seines Reiseberichtes;

„Auf unserer Reise durch dieses Land (Südrussland)
fanden wir denn eine unzählbare Menge zerstreuter
Schädel und Knochen von toten Menschen.
Denn Kiew war eine große und einflussreiche Stadt gewesen , jetzt aber
ist Kiew zu einem Nichts herabgesunken .Knapp 200 Häuser zählt man noch
darin , und die Einwohner werden in schrecklicher
Knechtschaft gehalten“.

Über das Aussehen , insbesondere die Frisur schreibt er :

„Hinsichtlich ihrer Gestalt unterscheiden sich die Ttaren von anderen
Menschen.Der Abstand der Augen und der Backen ist weiter als bei anderen
Menschen. Die Backenkochen ragen reichlich über die Kinnbacken hinaus.
In den Tailien sind sie im allgemeinen Schlank , mit einigen Ausnahmen abgesehen.

Fast alle sind von mittlerer Größe . Fast alle haben nur einen
spärlichen Bartwuchs .Immerhin tragen manche einen schütteren Kinn-und
Backenbart , den sie möglichst wenig scheren“.

Zur Frisur der Krieger der Goldenen Horde schreibt er:

“ Auf den Scheitel des Hauptes haben sie eine Tonsur ähnlich unserer
Geistlichen , und von einem Ohr zum anderen zieht sich bei allen , in
der Breite
von drei Fingern , ein glattrasierter Streifen hin, der in der erwähnten Tonsureinmündet.
Auch über der Stirn rasieren sie sich auf ähnliche Weise einen Streifen ,
der gegen zwei Finger breit ist . Jene Haare aber . die zwischen der
Tonsur und der erwähnten Rasur verwurzelt sind , lassen sie bis zu den
Augenbrauen wachsen . Seitlich der Stirn
schneiden sie diese Haare kurz, in der Mitte halten
sie sie länger . Die übrigen Haare wachsen so lang wie bei Frauen , sie
flechten daraus Zöpfe , die hinter den Ohren zusammengebunden werden. „

und :

„Ihre Füße sind auch nur von mittlerer Größe .“

Vorschläge an die westliche Welt um die Gefahr durch die Mongolen zu Bannen durch den Legaten :

„Wer gegen die Tataren kämpfen will , muß entsprechend bewaffne sein .
Gute,starke Bogen ,Schleudermaschinen (diese werden von den Tataren
gefürchtet) ;Pfeile in aureichender Menge , gute Schwerter aus gutem
Eisen,Schilde mit langem Griff sind unentbehrlich.

Die eisernen Pfeilspitzen , von Bögen und Wurfmaschinen müssen , wie bei den Tataren , heiß
in Salzwasser gehärtet worden sein ( …vielleicht interessiert das ja den ein-oder anderen Schmied -Anmerkung meinerseits) , damit sie stark genug sind , die Rüstungen zu durchschlagen.

Schwerter und Lanzen sollten mit einem Haken versehen sein , womit man
sie aus dem Sattel herausziehen kann , denn aus dem Sattel fallen sie
sehr leicht .

Und Messer muß man haben und doppelte Panzer , den diese werden von den Pfeilen der Tataren nicht
durchbohrt.

Und Sturmhelme muß man haben und andere Wehr
für Menschen und Rosse . Wer aber nicht so gut bewaffnet ist , wie ich
es aufgezählt habe , soll während der Schlacht hinter den anderen
schreiten
und gegen die Tataren Pfeile schießen.

Und niemand darf mit Geld für Ausrüstung geizen hinsichtlich der
Ausrüstung , denn es steht alles auf den Spiel : Seele und Leib
,Freiheit und Besitz..
Und wenn die Mongolen eine Flucht vortäuschen , so soll man sie nicht
weit verfolgen , daß man nicht in einen Hinterhalt gelockt werde , wie
sie es zu tun pflegen . Und immer sollen für Notfall Reservetruppen
bereitstehen . Und man muß überall Späher haben , damit wo neue
Schlachtreihen der Tataren kommen , rechts oder links .

Und jeder tatarischen Front muß man eine eigene entgegenschicken.

Und wenn die Tataren vom Schlachtfeld weichen ,sollen unsere Leute nicht auch weggehen
und sich voneinander nicht trennen; denn oft machen sie es nur zur
Täuschung , und wenn das Heer ihres Gegners sich aufgelöst hat , brechen
sie ungehindert ins Land ein und verwüsten es ….

Tag und Nacht müssen unsere Führer das Heer mit Wachposten sichern ,
damit die Tataren nicht plötzlich und unvermutet einen Überfall machen.

Denn wie die Teufel sind die Tataren darauf bedacht , ihre Feinde auf mannigfaltige und raffinierte
Art zu schädigen .

Sowohl am Tag wie in der Nacht muß man immer bereit sein .
Man darf sdich nicht ungerüstet niederlegen noch sorglos sich zu Tische
setzen sonst wird man überrumpelt , denn die Tataren sind immer Wach und
auf Schädigung bedacht“.

0 votes

Ein Gedanke zu “Was der päpstliche Legat Giovanni de Piano über die Mongolen sagt.

  1. Also ich muss hier doch mal meiner Entrüstung Luft machen:

    Jahrelang höre ich nur „absolute Härtnerveranstaltung – gruseliges Wetter, Zelte frieren ein – Schlammschlacht – ewige steile  Wege zur Burg im finsteren Wald – alles nur A-Päpste die zum Lachen in den Keller gehen,  … „

    Da wir aber nun schon mal in der Gegend sind *gg* nehmen wir allen Mut zusammen uns schmeissen  uns also in die dicksten Wollklamotte, denken über warmen Tee nach.

    Ich bereite mich gedanklich auf  Selbstkasteiung, dunkle Wälder sowie Blasen an den Füßen vor und rechne fest mit der gesellschaftlichen Ächtung weil der Stoff nicht selbstgefärbt ist.

    Und was passiert ???

    Wir kommen bei traumhaftem Wetter an, werden auf einen Parkplatz geleitet von dem aus wir in 10 Minuten zu einer wunderschönen Burg schlendern können. Dort ist ein kleiner aber feiner Markt , wir kommen ins Gespräch mit netten Menschen die gerne von ihren Ausgrabungen berichten. Wir treffen Bekannte, die dort lagern und auch ganz normale Menschen sind …

    Bereits nassgeschwitzt weil viel zu dick angezogen,  erblicken wir von oben ein sonniges idyllisches Lager.

    10 Minuten bergab und uns begegnen spielende Kinder, fröhliche Musikanten ohne elektrischen Verstärker und wir sehen viele Menschen in liebevoll hergestellten Kleidungsstücken,  denen es ganz offensichtlich richtig gut geht. Klasse Händler, denen ihre Ware offensichtlich am Herzen liegt und die diese auch selbst herstellen. Der Mann ist glücklich über das  erstandene Werkzeug.
    Kaum angekommen landen wir schon bei Euch im Lager und genießen Eure Gastfreundschaft mit lauter anderen netten Menschen…

    Leute so geht das nicht!
    Wie soll man sich denn so die liebgewordenen  Vorurteile erhalten ?
    Wenn ich mich doch eh schon ärgere, dass wir die Anmeldefrist verpasst haben… wie soll ich denn da noch gönnen können ? 😉

    Habt Dank für die Gastfreundschaft, für Speis und Trank und die schöne Zeit bei Euch.

    Und wir werden uns bestimmt da nächstes Jahr sehen *gg*

Schreibe einen Kommentar