Longbow oder Warbow? Wo ist der Unterschied?

Gott zum Grusse

Ich war vor 2 wochen auf einem Bogenturnier und habe dort abends noch meinen Stand aufgebaut.

Ich baue zum grössten teil nur englische Langbögen und Warbows.

Da ich meist nur für Leute Bögen mache die mit Darstellung und der Kunst des Schiessens oft noch besser vertraut und akribischer sind als ich, war ich mit der Frage eines älteren besuchers anfangs leicht überfordert.

„was unterscheidet einen Langbogen von einem Warbow?“

Ich hätte in mit daten und Fundberichten zutexten können, doch es hätte ihm bestimmt nix gebracht, owohl es eigentlich ganz simpel zu erklären ist, wie mir nach ner Stunde erst Klar wurde.

Also:

Der grösste Unterschied ist normalerweise das Zuggewicht.

Ein normaler eng. Langbogen wie wir ihn kennen hat meist 30-60 oder 70 Pfund bei einem durchschnittlichen Auszug von 28 Zoll.

Ein Warbow dagegen zwischen 100-200 Pfund bei einem Auszug von gut 32 Zoll.

Zudem hat der Warbow keine „faule“ Mitte, was bedeutet das sich der Griff beim ziehen mitbiegt.

im gegensatz zum Langbogen, wo der Griff steif bleibt und sich nur die Arme biegen.

Ein Warbow ist im Grunde der simpelste Bogen den es gibt.

Ein Stück Eibenholz mit 2 Stücken Horn am Ende, und doch ist es eine absolute feinabgestimmte Hochleistungswaffe

Der warbow hat auch keine Griffwicklung wie aus Funden und zahlreichen Ilustrationen ersichtlich ist.

Mitunter ist die Schiesstechnik komplett anders.

Um so imens starke Bögen ziehen zu können, musste man mit dem ganzen Körper ziehen („shooting in the bow“),

da man sich die Schultern und Oberarme unweigerlich zerstörte.

Was ist der vorteil des Warbows gegenüber der Armbrust?

Zweifellos die hohe und Schnelle Schiessfolge und die Reichweite.

Laut eines zeigenössischen Chronisten liessen bei der Schlacht von Castillion 1453, 5500 englische Bogenschützen 50000 Pfeile auf den Feind niederregnen.

In den Schottlandfeldzügen des Spätmittelalters liessen die Schottischen Kommandeure ihre Schlachtreihen in über 450Yards Entfernung aufstellen, um ausserhalb der Reichweite der englischen Svhützen zu Bleiben.

Die Bogenschützenarmee bestand zum Grossteil aus Bauern und Handwerkern, die durch ihren Lehensherren zum Kriegsdienst herangezogen wurden.

Doch wie kann ein kleiner, schmächtiger Bauernsohn eine so unglaublich starke Waffe Beherrschen?

Im England des späten Mittelalters war es so, dass am einzigen Tag an dem man Freizeit hatte, alles verboten war, ausser Bogenschiessen.

Jung und Alt traf sich nach der Kirche auf einer Dorfwiese und mass sich in dieser Kunst.

Dazu kommt das frühe Alter in dem man mit dem Schiessen begann.

In der regel war es so, dass am 7. Geburtstag der Vater seinem Sohn den ersten Bogen schenckte und ihn lehrte zu schiessen. Mit den Jahren bekahm der Nachwuchs natürlich eine sagenhafte Treffsicherheit und konnte sehr starke Bögen beherrschen.

Doch warum verlor diese Waffe der Superlative, die schnell schiessen konnte, einfach herzustellen war und sogar Panzerungen durschlagen konnte anpräsenz und bedeutung?

Es war einfacher und billiger, leute im Umgang mit Feuerwaffen zu trainieren.

Jemanden den Umgang mit einer Arkebuse oder einer Muskete beizubringen, dauerte 3 Tage.

Einen Bogenschützen auszubilden jedoch 7-8 Jahre.

Heute befinden wir uns im Zeitalter der Atombombe und noch viel grausameren und agsteinflösenden Kriegsgeräten, wobei ich mir jeden Tag denke, wofür?

Ich begnüge mich damit, mit einem Eibenstock und ner Schnur dran hinter meinem Garten am Waldrand auf eine Strohscheibe zu schiessen, mich in Gedanken in vergangene Zeiten zu versetzen und etwas Ruhe vor der Welt zu finden.

Ich Hoffe der Artikel hat euch gefallen.

Grüsse aus dem bavarian forest

Strongbowsteve

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4 Gedanken zu “Longbow oder Warbow? Wo ist der Unterschied?

  1. ja, Ingelheim war auch letztes Jahr schon sehr nett. Allerdings gabs da noch keinen Shuttle – Service und Parkplatzsuche wie Weg war ziemlich abenteuerlich.

    Vielleicht haben wir ja nächstes Jahr wieder Zeit hin zu gehen, dieses Wochenende hatten wir „leider“ hier den Markt vor der Haustüre.

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