Geschichtlicher Hintergrund

Geschichte

Die Ritter von June tauchen urkundlich in der Mitte des 13. Jahrhunderts aus dem Dunkel der Geschichte auf.

Der Knappe und spätere Ritter Johann VII.*) (Hans) von June war Burgherr in Jühnde in Südniedersachsen, jedoch besaß er nur zwei Drittel derselben, da sein Vater (Johann VI.) das andere Drittel im Jahre 1333 an die Herren von Boventen verkauft hatte.

Johann VII. wurde in den Jahren 1385-1441 urkundlich erwähnt. Seine

Frau Lise wurde in einem Schriftstück des Jahres 1409 genannt.

Seine Lehensherren waren die Grafen von Everstein und die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg.

Mit Johann VIII. starb das Geschlecht 1463 aus. Als der letzte seines Geschlechtes hatte er sich, wie viele seiner Standesgenossen, dem Straßenraub verschrieben und mehrere thüringer Kaufleute drangsaliert. Eines Tages stand daher der Landgraf von Thüringen mit bewaffneter Begleitung vor der Tür und verlangte mit Nachdruck Einlaß. Der wurde ihm auch gewährt, denn der letzte Jühnder Rittersproß hatte nur seine Frau und deren Magd in der Burg zurückgelassen und selbst unauffällig das Weite gesucht. Den Damen wurde freier Abzug gewährt und die Burg und die umliegenden Dörfer zerstört.
 

Wappen

Das Wappen derer von June war eine doppelhakige

silberne Angel (Wolfsangel?) auf tiefrotem Grund. Spätere Siegel (1422) zeigen einen einfachen links- oder auch rechtsgekehrten Angelhaken. Vermutlich hat sich Hans von

June mit seinem Sohn Hans (Johann VIII.) das Wappen im wahrsten Sinne des Wortes geteilt.


Politik

Durch die Lage von Burg und Dorf Jühnde an der Heerstraße zwischen Hannoversch Münden und Göttingen, im Grenzgebiet zwischen dem Herzogtum Braunschweig und der Landgrafschaft Hessen gab es für die von June mannigfaltige Gelegenheit für politische Ränke. Man sieht sie mal als Verbündete des Herzogs gegen Göttingen, mal im Bund mit Göttingen gegen den Herzog, als Gefolgsleute von Landgraf Hermann zu Hessen gar im Jahre 1384, aus dem eine interessante Episode überliefert ist:

Zusammen mit Ritter Werner von Hanstein hatte Hans von June im Zuge einer Kriegshandlung dem Kloster Haydau  bei Morschen angeblich großen Schaden zugefügt und die Viehherden fortgetrieben. In der Folge wurden der Landgraf von Hessen und seine Ritter- auf Betreiben des Erzbischhofs von Mainz- vom Papst mit Bann und Interdikt belegt. Hans von June konnte sich erst 1389 rehabilitieren, der unglückliche von Hanstein starb jedoch im Kirchenbann und konnte erst später von seiner Witwe unter großen Geldopfern davon gelöst  und auf geweihtem Boden bestattet werden.

In späteren Jahren stand Hans von June in gutem Einvernehmen mit seinem Lehensherren Herzog Otto von Braunschweig und wurde zum herzoglichen Rat ernannt.

 

Quelle: Joachim Jünemann, Tausendjähriges Jühnde 960-1960, Göttingen 1960.

*) Die Durchnummerierung der Generationen ist eher spekulativ. Johannes (Hans) hießen wohl jeweils die Erstgeborenen und Burgerben, viele Dokumente sind einfach mit „Hans Sohn Hans“ unterzeichnet, daher ist unklar wieviele Hänse es wirklich gegeben hat. Ich halte mich hier an den Autoren Jünemann, obwohl gut für 1-2 Generationen mehr Platz wäre.

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