Freienfels 2012 – Klassiker im Taunus

Wir waren da! Und zwar zum ersten mal. Und es hat Spaß gemacht – mit ein wenig Verzögerung…

Denn der Spaß begann erst mal mit einer regnerischen Anreise und einem Lagerplatz im hintersten Winkel, direkt an der Bundes-Straße, das deutlich kleiner war als erwartet und nur wegen diverser Absagen in unserer Gruppe ausgereicht hat.

Na gut. Was mich weniger erregt hat, aber im Netz und auch sonst heftig diskutiert wurde war die erstmalige Erhebung einer Kostenbeteiligung der Lager von 1€ pro Nase und Tag. Der Preis ist nicht hoch, aber heiß, verstehen sich Lageristen doch als wesentlich Beitragende für das allgemeine Ambiente eines Marktes. Und so wurde bereits im Vorfeld heftig diskutiert. Eine deutliche Verkleinerung des Lagers war aber nicht festzustellen, sodass es wohl so sein muss, dass sich nur wenige haben abschrecken lassen. Mehr dazu im Forum.

Jetzt aber zur Veranstaltung. Ein Turnier und Konzertveranstaltungen sind bei so einer großen Fest natürlich Pflicht. Auch die Anzahl der Händler ist schlicht gesagt unüberschaubar und hält einige Perlen parat. Es gibt praktisch nichts was es nicht gibt. Was allerdings der Stand mit dem großen Schild „Puff“ davor sollte entzog sich meiner Erkenntnis und ich hatte auch keine Lust fragen zu gehen…

Etwas besonderes war der „Aktiventag“, der Tag vor dem 1. Mai, also der Montag, der kein Feiertag ist. Weil da die „Touris“ deutlich in der Unterzahl waren kam schon etwas mehr das Mittelalterfeeling auf, da das Gelände mit Gewandeten voll war.

Was ich auch nicht wusste, war das mit der langen Tafel: Am Abend gibt es da Essen und Trinken frei Haus oder „fer umme“ wie man auf hessisch sagt. Also auch, was wir alle am allerliebsten hören: Freibier! Vom Essen gab es so viel, dass man nach der ersten Stunde nicht mal mehr anstehen musste und lecker war das ganze auch noch. Berechnet man auch noch, das Essen kochen in dieser Dimension eine Herausforderung ist, war es sogar exzellent! Vom Huhn über Spanferkel und Schweinebraten mit diversen Beilagen war alles vertreten.

Am Abend gab es dann noch eine Reunion, es spielte Poeta Magica auf und zwar in einer alten Besetzung, da Johnny Robels mitspielte. Laut angaben des Bandleaders Holger Funke hat man das seit zehn Jahren nicht mehr zu hören bekommen. Ob diese Folk-Legende allerdings beim Mittelalter Publikum richtig angekommen ist? Jedenfalls wurde bei „Son ar Chistr“ dann ordentlich mitgegrölt, als die deutschen Strophen gespielt wurden, besser bekannt als „Sieben Tage lang“.

Und dann war da noch die Hexennacht. Ich meine es war Ranunculus, die uns mit einem kruden Mix aus Beschwörungsformeln das Ohr beleidigte. Leute, bleibt bei der Musik, das macht ihr hundert mal besser. Auch mindestens zwei Gruppen fielen mir auf, die sich mit irgendwelchen Pseudo- druidischen, naturreligiösen Ritualen beschäftigten. Von mir aus soll ja jeder glücklich werden wie er will. Aber haben wir uns -geschichtlich gesehen – nicht gerade eben erst vom Joch religiöser Fremdbestimmung gelöst? Warum man sich dann sofort in die Arme von Scharlatanen-Schamanen wirft ist mir persönlich unbegreiflich.

Die letzte glückliche Nachricht war, das wir in diesem Jahr endlich mal wieder trocken abbauen durften! Kein tropfen Wasser am letzten Tag! Hurra! Da schwitzt man dann auch gerne. Bei uns im Lager kam es jedenfalls nach dem Einräumen zu einem kurzen Freudentanz…

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4 Gedanken zu “Freienfels 2012 – Klassiker im Taunus

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