Fechtkunst in Europa

Die Geschichte und Entwicklung der Fechtkunst in Deutschland und Europa

Das älteste bisher bekannte Fechtbuch ist das MS I.33 (sprich: „eins dreiunddreißig“), oder auch „Towerfechtbuch“, das um 1300 in Süddeutschland verfasst wurde. Es behandelt den Umgang mit Einhandschwert und Buckler (kleiner Faustschild).

Von 1389 stammt die „Nürnberger Handschrift“ (Ms. 3227a, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg), die oft fälschlich als „Döbringer-Hausbuch“ bezeichnet wird. In diesem Manuskript ist erstmals die Lehre des Fechtmeisters Johannes Liechtenauer festgehalten, welche dann bis ins 17. Jahrhundert überliefert wird. Diese Lehre umfasst den Umgang mit dem zweihändig geführten Langen Schwert zu Fuß (ohne und mit Harnisch) und zu Pferd, sowie Techniken anderer Meister zum Dolch, Langen Messer, Ringen und weiteren Disziplinen.

Etwa zur selben Zeit schrieb der italienische Meister Fiore dei Liberi de Premariacco sein „Flos Duellarum“ (lat.: „Blume des (Zwei-)Kampfes“), welches als Vorarbeit für den 1409 fertig gestellten prachtvollen Codex „Fior di Battaglia“ (ital.: „Die Blume des Kampfes“) diente. Auch dieses Werk umfasst das zweihändige Schwert, den Dolchkampf sowie die waffenlose Verteidigung gegen bewaffnete und unbewaffnete Angreifer.

Ein weiteres wichtiges Werk ist die Messerfechtlehre des Johannes Lecküchner (zwei Werke von ca. 1478 und 1482). Die besondere Bedeutung dieses in der Liechtenauer-Tradition stehenden Werkes ist die schiere Menge, der darin enthaltenen Techniken: Mit über 400 größtenteils bebilderten Seiten ist es eines der ausführlichsten Fechtbücher. Die Münchner Version seiner Handschrift zeichnet sich darüber hinaus dadurch aus, dass sie auf ausgezeichnete Weise Bilddarstellung mit ausführlichem, erklärendem Text verbindet.

Ab dem 16. Jahrhundert tauchen in Europa vermehrt Fechtschriften für den Umgang mit dem Rapier auf. Schließlich lassen sich auch militärische Handbücher des 18., 19. und sogar des frühen 20. Jahrhunderts sowie die Selbstverteidigung mit dem Spazierstock als Quellen für historische Kampfkünste heranziehen.

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4 Gedanken zu “Fechtkunst in Europa

  1. Mein Freund wohnt in Hauenstein und ich in Sachsen-Anhalt. Ich verbing grad den Sommer bei ihm.

    Jockrim hatten wir auch überlegt. Wie ist es dort denn?

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