Erste Nowgoroder Chronik über das Aufteten der Mongolen

Erste Nowgoroder Chronik über das Aufteten der Mongolen.

„….:Im selben Jahr kamen um unserer Sünden willen unbekannte Völker,
von denen niemand gut weiß, wer sie sind und woher sie gekommen sind und
was ihre Sprache ist und welches Stammes sie sind und was ihr Glaube
ist. Man nennt sie aber Tataren, andere aber sagen Turkmenen, und wieder
andere Petschenegen, andere aber sagen, dass das sie sind, von denen
Bischof Methodios von Patara bezeugt, dass sie aus der ethribischen
Wüste zwischen Osten und Norden gekommen sind. So nämlich sagt
Methodios, dass zum Ende der Zeiten diejenigen erscheinen sollen, die
Gedeon vertrieben hat, und dass sie die ganze Welt erfüllen werden vom
Osten bis zum Euphrat und vom Tigris bis zum Pontischen Meer außer
Äthiopien. Gott allein weiß, wer sie sind, und woher sie gekommen sind.
Weise Männer kennen sie gut, wer Bücher versteht. Wir aber wissen nicht,
wer sie sind, sondern schreiben hier nur über sie zum Andenken an die
russischen Fürsten und die Not, die ihnen von ihnen widerfuhr. Wir haben
nämlich gehört, dass sie viele Länder geplündert haben: die Jassen, die
Abchazen, die Kasogen; auch von den gottlosen Polovcern haben sie eine
Menge erschlagen und andere vertrieben. Und so kamen sie ums Leben,
erschlagen vom Zorn Gottes und Seiner allerreinsten Mutter — denn viel
Übel hatten diese verfluchten Polovcer dem russischen Lande zugefügt —
deshalb, dass der allerbarmende Gott die gottlosen Söhne Ismaels, die
Kumanen, verderben wollte, damit sie rächten das Blut der Christen, was
ihnen, den Gesetzlosen, auch widerfuhr.
Es kamen nämlich diese Turkmenen über das ganze Land der Kumanen und
kamen in die Nähe der Rus‘, dort, wo es Polovcerwall heißt. Und es kamen
die Verfluchten, der Überrest der geschlagenen Polovcer, hergeflohen,
Kötän samt anderen Fürsten, Daniil Kobjakovic aber und Gjurgi wurden
erschlagen, mit ihm eine Menge Polovcer. Dieser Kötän aber war die
Schwiegervater von Mstislav von Gali
, und er kam mit den Polovcerfürsten mit Geschenken zu seinem Schwiegerssohn Mstislav von Gali
und allen russischen Fürsten und brachte viele Geschenke: Pferde und
Kamele und Büffel und Mädchen, und sie beschenkten die russischen
Fürsten und sprachen: „So haben sie heute unser Land genommen, eures
aber wird morgen genommen werden.“ So bat Kötän seinen Schwiegersohn,
Mstislav aber begann, die russischen Fürsten zu bitten, seine Brüder,
und sprach so: „Wenn wir, Brüder, diesen nicht helfen, dann werden diese
sich an sie wenden, und desto größer wird [ihre] Macht sein.“ Und
nachdem sie lange miteinander nachgedacht hatten, machten sie sich auf
den Weg, sowohl der Geschenke wegen, als auch um der Bitte der
Polovcerfürsten wegen, und sie begannen, die Krieger zu rüsten, jeder
für sein Gebiet.
Und sie kamen, nachdem sie das ganze russische Land wider die Tataren
versammelt hatten, und standen am Dnepr in Zarub. Als dann die Tataren
erfuhren, dass die russischen Fürsten gegen sie zogen, schickten sie
Gesandte zu den russischen Fürsten: „Wir haben gehört, dass ihr gegen
uns zieht, da ihr auf die Polovcer gehört habt. Wir aber haben euer Land
nicht angegriffen, noch eure Burgen, noch eure Dörfer, noch sind wir
gegen euch gezogen, vielmehr sind wir von Gott gesandt gegen unsere
Pferdeknechte, die heidnischen Polovcer, gezogen. Schließt also Frieden
mit uns. Wenn sie zu euch fliehen, schlagt sie von dort zurück, ihre
Waren aber behaltet für euch, denn wir haben gehört, dass sie auch euch
viel Übles getan haben. Deshalb schlagen wir [sie] auch.“ Die russischen
Fürsten hörten aber nicht darauf, sondern erschlugen die Gesandten und
zogen selbst gegen sie. Sie waren noch nicht einmal bis Olešje gekommen
und standen am Dnepr, als ihnen die Tataren zum zweiten Male Gesandte
schickten, die so sprachen: „Ihr habt auf die Polovcer gehört und habt
unsere Gesandten erschlagen und ihr zieht gegen uns. Dann kommt nur. Wir
aber haben euch nicht angegriffen. Möge Gott über alles richten.“ Und
sie sandten ihre Boten fort…..“

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