Enstehung des Bürstenbinderberufes in Europa

Über die frühere Geschichte der Bürsten und Besenbinderei ist wenig bekannt. Doch wird angenommen, das auch in den Jahrhunderten der Eiszeit bereits ein Bedürfnis für Sauberkeit bestand.

Als die ersten Reinigungsgeräte darf man wohl zusammengebundene Vogel-, und Gänsefedern oder große Pflanzenteile annehmen. Solche „Federwische“ gab es weit bis ins 20 Jahrhundert.

Der Archäologe Heinrich Schliemann fand bei seinen Ausgrabungen in Troja im Grab des „Priamos“ Relikte von Bürsten, die den heutigen recht ähnelten. Es waren Tonkörper, mit Löchern zur Aufnahme von Borsten und Haaren eingestochen.

Selbst in China soll es bereits vor 2000 Jahren Bürsten zur Pflege von Haut, Haaren und Zähnen gegeben haben.

Ab dem 11. Jahrhundert wurden in Europa Birkenreisig, Schilf oder ähnliche Materialien verwendet um Besen herzustellen. Erst im 14. Jahrhundert entwickelte sich hier in Europa ganz langsam ein eigener Beruf. Zuvor waren Bürsten Importware.

Die Bürsten- und Besenmacher waren noch im 15 Jahrhundert ein streng krämerzünftiges Handwerk. Das bedeutet: es gab keine eigenständige Zunft, sondern die Bürsten und Besen wurden über die Zunft der Krämer (Händler) verkauft.

Eine eigene Zunft hatten die Bürsten- und Besenmacher zu keiner Zeit.

In der heutigen Zeit geht der Berufsstand leider sehr stark zurück. Die heutige Jungen ist wenig an handwerklicher Arbeit interessiert. (leider). Auch wird das Handwerk von der Massenproduktion überrannt. Allerdings sind Bürsten und Besen aus diesen Fabriken bei weitem nicht so stabil und langlebig wie ein Handeinzug.

Die korrekte Bezeichnung des Handwerks in Deutschland ist “ Bürsten- und Pinselmacher“. in Österreich: „Bürsten- und Besenmacher“. Wie man sieh, sind sich selbst die Behörden nicht einig über eine genaue Bezeichnung. Eines ist in alle europäischen Ländern allerdings gleich. Überall wird ein Eintrag in die Handwerksrolle vorgeschrieben.

gez.

Thomas von der Silberheide

Bürstenmachermeister

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4 Gedanken zu “Enstehung des Bürstenbinderberufes in Europa

  1. Toll, was du so machst, Heinrich. Respekt! Und vielen Dank, dass du uns deine Werke präsentierst.
    Sobald ich meine Magd-Gewandung fertig hab, kann ich hier ja auch mal was zeigen.
    Dann gibt’s auch ein neues Avatar-Bild… : )

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