Dannenberg-Convent 2011

Zum achten Mal lagerten wir am ersten Oktoberwochenende im schönen Wilhelmstal unterhalb der Burg Tannenberg nahe dem hessischen Nentershausen, beim traditionsreichen Dannenberg Convent.

Völlig untypisch in diesem Jahr:  das Wetter. Sonne satt vom ersten bis zum letzten Tag und ungewohnt hohe Temperaturen. Nur gut, dass wir auf dem dunkelsten und feuchtesten Teil der Waldwiese unseren Lagerplatz zugewiesen bekamen. Kein einziger Sonnenstrahl erreichte uns und wären wir nur noch ein paar Tage länger geblieben, hätten wir in unseren Zelten Champignons züchten können. Dafür war es angenehm kühl und die Aussicht über das Lager war einzigartig. Außerdem waren Taverne, Trinkwasser, Orga, Medehorst und das Dixieland in bequemer Nähe. Auf- und Abbau liefen entspannt und harmonisch, trotz – oder wegen?- einem neuen Orgateam,  das sich heuer die ersten Sporen verdiente. Für Nichtkenner der Örtlichkeiten: Das Lagergelände ist nur über eine Zufahrt zu erreichen und wird durch einen einspurigen Ring-Waldweg erschlossen. Das Befahren zum Auf- und Abbau folgt einem ausgeklügelten System, das über Jahre optimiert wurde. Disziplin tut jedem Teilnehmer hier gut, denn wenn man sich an die Anweisungen der Orga hält, funktionieren Auf- und Abbau meist reibungslos.  Pro Person kostet die Veranstaltung zwölf Euro Teilnehmerbeitrag und die Überschüsse werden konsequent in die Sanierung der Burganlage gesteckt. Die Fortschritte sind in jedem Jahr deutlich sichtbar. Feuerholz darf man sich im umgebenden Wald sammeln, oder man kann auch Kaminholz bei Eingeborenen erwerben.

Weit über einhundert Mittelaltergruppen (und ein paar Römer) waren diesmal angereist und im Gegensatz zum letzten Jahr wurde es auf der Wiese schon wieder ziemlich eng. Eindeutig in der Überzahl waren auch diesmal die Darsteller des Frühmittelalters, auch das sehr hochwertige Händlerangebot ist -von einigen löblichen Ausnahmen abgesehen- eher aufs FrüMi abgestimmt. Trotzdem gaben auch wir wieder mal  zu viel Geld aus. Hier ein paar neue Schuhe, dort ein neuer Hut. Bronzenadeln, Essmesser, Messingschließe – alles absolut  lebensnotwendige Dinge um über den langen Winter zu kommen.

Auf dem Gelände gibt es ein Tavernenzelt, an dem man sich trifft und gekühlte Getränke verzehren kann. Außerdem werden dort auch Kaffee und am Morgen frische Brötchen und Hefeteilchen angeboten. Der wesentliche Teil des Kulturprogramms findet jedoch immer auf der Burg statt. Dort gibt es zwei Tavernen, warmes Essen, Badezuber, richtige Klos, Duschen und abends Konzerte und jede Menge  was los. Außerdem gibt es auch die Möglichkeit im Wohnturm zu übernachten, für diejenigen die nicht Zelten wollen. Das Schöne am Dannenberg Convent ist, dass nur am Sonntag Touristen-Betrieb ist. Den Rest der Zeit ist man unter sich, Freunde und Bekannte besuchen sich gegenseitig im Lager und man lässt den lieben Gott einen guten Mann sein. Alte und junge Bengel dengeln  gelegentlich ein wenig. Vor allem nach Einbruch der Dunkelheit ist die Stimmung im Tal unvergleichlich, wenn die Lagerfeuer und die Laternen freundliches Licht verbreiten und die Sterne hell erstrahlen. Das Tal ist auf drei Seiten von Wald umgeben und von moderner Zivilisation ist fast nichts zu sehen. Gelächter und Gesang ertönt und -ausschließlich handgemachte- Musik erklingt.  

Der Touristentag war diesmal aber auch sehr schön, denn Aufgrund der abgelegenen Position unseres Lagers zogen die stattlichen Touristenströme fast unbemerkt an uns vorbei. Dafür hatten wir jede Menge Besuch und in unserem Lager wurde es zeitweise richtig eng. Besonders erfreut hat uns der Besuch der Mittelalter-Treff Freunde Cordula und Benny.  Alles in Allem auch in diesem Jahr ein gelungener Saisonabschluss in Tannenberg.

Dieses Event sei allen wärmstens empfohlen, die es ein wenig uriger mögen. Die auch mal vier Tage ohne Dusche auskommen, die der Kuhfladen vor dem Zelt nicht stört und die wirklich wetterfest sind. Denn so eine Bullenhitze wie diesmal gibt es nicht jedes Jahr und nur wer auch nach drei Tagen Regen, bei fünf Grad und Windstärke 7 noch Spaß hat, ist auf dieser Veranstaltung  richtig. Auch Schneefall und Überschwemmungen hat es schon gegeben. Mehr Infos unter www.dannenberg-convent.de.

Vielleicht sehen wir uns ja dort im nächsten Jahr.

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4 Gedanken zu “Dannenberg-Convent 2011

  1. Meldet euch ruhig an, dann könnt ihr auch die wunderbare Stimmung mit den anderen ca. 450 Beteiligten genießen.

    Besonders gefällt mir an der VA, dass von diesem Tal aus keine Zivilisation aus dem Umfeld (Dörfer,Straßenlärm) zu sehen ist. Man kann völlig eintauchen in die Zeitreise.

    Ausserdem bin ich ein Frühaufsteher und genieße morgens wenn alle schlafen die Ruhe und die Atmosphäre.

    Hier und da qualmt noch ein Feuer, die Morgensonne verteibt den Nebel und erste verschlafene Gestalten schlurfen zum Dixiland…….

     

    Aber wie gesagt, es ist nicht   jedes Jahr so schönes Wetter. Wir sind auch schon nach 24 h Dauerregen aufgewacht und hatten einen Bach neben dem Zelt, der am Abend noch nicht da war.

    Trotzdem möchte ich keine der 8 Veranstaltungen missen. Wetterfeste Kleidung , genügend zum wechseln und Anreise bei Tageslicht besser noch gegen Mittag und alles wird gut.

    Auch ich habe mich über unsere Gäste sehr gefreut und hoffentlich fallen die Vourteile. Es lohnt sich.

     

  2. Meldet euch ruhig an, dann könnt ihr auch die wunderbare Stimmung mit den anderen ca. 450 Beteiligten genießen.

    Besonders gefällt mir an der VA, dass von diesem Tal aus keine Zivilisation aus dem Umfeld (Dörfer,Straßenlärm) zu sehen ist. Man kann völlig eintauchen in die Zeitreise.

    Ausserdem bin ich ein Frühaufsteher und genieße morgens wenn alle schlafen die Ruhe und die Atmosphäre.

    Hier und da qualmt noch ein Feuer, die Morgensonne verteibt den Nebel und erste verschlafene Gestalten schlurfen zum Dixiland…….

     

    Aber wie gesagt, es ist nicht   jedes Jahr so schönes Wetter. Wir sind auch schon nach 24 h Dauerregen aufgewacht und hatten einen Bach neben dem Zelt, der am Abend noch nicht da war.

    Trotzdem möchte ich keine der 8 Veranstaltungen missen. Wetterfeste Kleidung , genügend zum wechseln und Anreise bei Tageslicht besser noch gegen Mittag und alles wird gut.

    Auch ich habe mich über unsere Gäste sehr gefreut und hoffentlich fallen die Vourteile. Es lohnt sich.

     

  3. Meldet euch ruhig an, dann könnt ihr auch die wunderbare Stimmung mit den anderen ca. 450 Beteiligten genießen.

    Besonders gefällt mir an der VA, dass von diesem Tal aus keine Zivilisation aus dem Umfeld (Dörfer,Straßenlärm) zu sehen ist. Man kann völlig eintauchen in die Zeitreise.

    Ausserdem bin ich ein Frühaufsteher und genieße morgens wenn alle schlafen die Ruhe und die Atmosphäre.

    Hier und da qualmt noch ein Feuer, die Morgensonne verteibt den Nebel und erste verschlafene Gestalten schlurfen zum Dixiland…….

     

    Aber wie gesagt, es ist nicht   jedes Jahr so schönes Wetter. Wir sind auch schon nach 24 h Dauerregen aufgewacht und hatten einen Bach neben dem Zelt, der am Abend noch nicht da war.

    Trotzdem möchte ich keine der 8 Veranstaltungen missen. Wetterfeste Kleidung , genügend zum wechseln und Anreise bei Tageslicht besser noch gegen Mittag und alles wird gut.

    Auch ich habe mich über unsere Gäste sehr gefreut und hoffentlich fallen die Vourteile. Es lohnt sich.

     

  4. Zu spät! Mein Gambi ist jetzt schon eine Klonkrieger- Ausrüstung… Vielleicht sollte ich doch noch den vom Händelr hergestellten für 240 Flocken erwägen? (Ächz!)

    Gruß,

    Benny

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