Bad Münster am Stein 2011

Bad Münster am Stein ist eine kleine Gemeinde bei Bad Kreuznach in der Pfalz und sehr idyllisch gelegen. Jedes Jahr gibt es hier ein Mittelalterfest mit einem Markt in der Stadt und einem Lager direkt vor dem „Rotenfels“, einer  Gebirgswand von 327m Höhe, laut Wikipedia die höchste Steilwand zwischen den Alpen und Skandinavien. Die Kulisse ist schon sehr beeindruckend.

Noch besser wird das durch das Turnier oder sagen wir besser das komplette Theaterstück, das einem da geboten wird. Und es ist besser man genießt es, denn den Lautsprechern ist im Lager nicht zu entrinnen. Mein Eindruck war, dass die Darbietung über die Jahre immer aufwändiger wird. Ein Theaterstück, in das natürlich Kämpfe eingebaut sind uns so ziemlich alles an Kunststückchen, die man mit Pferden machen kann: Außer dem Tjost und einer schönen Dressureinlage gab es dann auch noch den Ritt durchs Feuer.

Der Markt liegt bei dieser Veranstaltung in der Stadt und damit leider zwei Kilometer weg vom Lager. Aber das kann einen  Mittelalter-begeisterten kaum schrecken. So eine Distanz zu Fuß zu bewältigen war für unsere Vorfahren ja wohl eher die Regel. Wie immer kam ich kaum aus dem Lager und verpasste daher den Markt, was aber kein großer Verlust gewesen sein soll. Die wenigen Händler direkt am und im Lager aber waren durchaus eine Bereicherung.

So habe ich bei einem Zinngießer dazugelernt, dass es im Mittelalter bei der einfachen Bevölkerung wohl üblich war alle möglichen Gegenstände des Alltags aus Zinn zu verwenden, da die Handhabung von Zinn wegen des niedrigen Schmelzpunktes deutlich einfacher ist als die anderer Metalle. Leider ist die Beleglage nicht so einfach, da Zinn sich im Erdreich auflöst. Der Zinngießer ist aber als Beruf des Mittelalters durchaus belegt.

Weniger erfreulich waren die nächtlichen Einlagen, bei denen es bis in die Morgenstunden ging. Am zweiten Tag mussten gefrustete Feuerspucker bis tief in die Nacht ihr Handwerk zeigen, natürlich in Begleitung eines mittelalterlichen Getthoblasters. Eine witzige Einlage, die ich schon vom letzten Jahr kannte war eine Truppe Kokosnuss-Ritter, die mit Steckenpferden über den Platz ritten derweil ein Knecht mit zwei Kokosnussschalen die entsprechende Klangkulisse dazu lieferte, wie man das aus dem Film “ Die Ritter der Kokosnuss“ kennt.

Daneben gab es natürlich auch die übliche Gromiplage. Der Ritter des Deutschen Ordens im nebenstehenden Bild saß während seines Telefonats direkt am Besucherweg auf seinem Steckstuhl. Das besonders glaubwürdige Schuhwerk ist hier leider nicht zu erkennen.

Auch nicht vorenthalten möchte ich Euch die Campingdusche unserer Nachbarn. Angetrieben von einem elektrischen Aggregat, das wenigstens hinter dem Zelt plaziert wurde und nach verrichteter Arbeit wieder verschwand. Über die Inneneinrichtung der Zelte ranken sich Legenden…

Alles in allem ein Lager das sich lohnt.

 

0 votes

3 Gedanken zu “Bad Münster am Stein 2011

Schreibe einen Kommentar