Authentische Pfeile Selberbauen Für den schmalen Gelbeutel

Jeder der sich mit traditionellem Bogenschiessen befasst, weiss wie teuer es ist, eine korreckte mittelalterliche Darstellung zu unterhalten, auch wenn man das Meiste selbst macht(Gewandung, Schuhwerk, Bogen, Pfeile u.s.w). Und nicht jeder hat den Vorteil gelernter Schmied und Bogenbauer zu sein (wie ich, Ätsch 😉 ).

Wenn man sich auf Märkten und Lagern umsieht, findet man leider meistens nur Fichtenholzstöckchen mit quitschbunten Federn, Nylonwicklung und oft sogar Plastiknocken.

Nichteinmal auf eine richtige Federnform wird geachtet. Und das zu Preisen von 6 – 10 Euro!

Auch wer sich seine Pfeile selbst baut weiss, das das Material nicht gerade billig ist und Sachen wie Gänsefedern und dergleichen kaum zu bekommen sind, und wenn doch, Sauteuer.

Aber es geht auch anders!

Wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, etwas Geduld und Geschick mitbringt, kann man sich für wenig Geld wunderschöne, historisch absolut authentische Pfeile bauen für die euch jeder beneiden wird. (Und ihr weinen werdet wenn einer auf Nimmerwiedersehen im Unterholz Verschwindet)

Problem #1: Gänsefedern

Lösung :

Egal wo du wohnst, irgendwo gibt est bestimmt einen Metzger oder Schlachtbetrieb der Gänse schlachtet.

Dabei werden die die Schwingen der Tiere abgeschnitten und weggeworfen. Frag einfach mal nach ob du welche bekommt. Normalerweise gibts die Geschenkt. achte aber darauf das alle nur rechte oder linke sind, das die Federn immer die gleiche Windung haben sollten. Für 1 Dutzend Pfeile brauchst du zwischen 5 und 8 Schwingen, da du nur die langen und harten Flugfedern verwenden solltet.

nim eine grosse stabile Schere und schneidet die Flugfedern ganz unten am Kiel ab.

Du brauchst genau 36 Federn. ( Ein paar mehr schaden nicht)

Der Kiel hat der Länge nach eine leichte Kerbe an der Innenseite. Dort schneidest du von der dicken zur dünnen Seite entlang. Der Kiel spaltet sich wie von selbst.

Danach die Feder VON VORNE UND VON HINTEN auf die gewünschte Länge schneiden.

Da die Unterseite des Kiels noch sehr rau und uneben sein wird solltest du sie noch ein wenig Glätten ( Bandschleifer, Feile, Schmirgelpapier………)

Nun suchst du dir eine Federnform aus und zeichnest sie 1:1 auf einen Karton und schneidest sie aus.

Lege sie auf die Feder das sie am Kiel anliegt ung schneide die Feder in form. So gehst du sicher das alle gleich sind.

Tja, das war schon der ganze Zauber.

Problem #2: Schäfte

Lösung :

Die beste Lösung sind gekaufte Schäfte, doch leider findet man überall nur Kiefer, Fichte oder Zeder. Doch für manche Darstellungen braucht man oft ander Hölzer. Als Wikinger brauche ich Schäfte aus Birke, als englischer Langbogenschütze aus Esche, u.s.w. Es gibt aber eine Adresse da bekommst du alles, auch Sonderwünsche. Top Qualität ,faire Preise und alles aus eigener Fertigung. www.withewood.de

Solltest du aber mit Kifernschäften zufrieden sein und willst dir ein wenig Geld sparen, dann gehts ab in den Baumarkt. Dort bekommst du in der Holzabteilung Kiefer und Fichten Rundstäbe mit 10mm Durchmesser ab 60 cent. Aber aufgepasst! Suche die heraus die gerade sind (oft bekommt man regelrecht Bananen) und keine Verdrehung oder Verwachsung haben. Nimm nun jeden einzeln in die hand und biege ihn ein wenig. Wenn sie sich leicht biegen lassen und wabbelig sind, weg damit. Je härter und steifer, desto besser.

Schneide die Schäfte auf die länge deines Auszuges zurecht, aber mach sie lieber einen Zoll Länger.

Nun wird es Knifflig. Da die Schäfte nicht ausgewogen (gespined) sind, greifen wir zu einer List, um eine stabile Flugbahn zu bekommen. Der Schaft wird im vorderen und hinteren Drittel um 1-1,5mm kegelförmig verjüngt ( barreltapper). Wenn du keinen Ziehklingenhobel hast, ist die beste Methode mit groben Schleifpapier das man um den Schaft wickelt. Bewege es fliessend auf und ab und schiebe den Schaft dabei vor und zurück bis du das gewünschte mass hast. Danach nur noch glätten, und fertig ist der Prügel.

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